Oberschenkelhalsbruch – Was tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Oberschenkelhalsbruch – Was tun?

Dr. med. Martin Rinio:

Wichtig für Ihre Oma ist es, dass sie so versorgt wird, damit sie möglichst schnell wieder auf die Füße kommt, um lange Zeiten der Bettlägerigkeit zu vermeiden, denn dies bedingt eine Reihe von Komplikationen, wie beispielsweise Thrombose, Lungenembolie oder Lungenentzündung. Wir sind deshalb bestrebt auch ältere und betagte Herrschaften möglichst schnell zu mobilisieren, um diese Komplikationen zu verhindern. Hierzu bedarf es allerdings einer stabilen Versorgung des Oberschenkelhalsbruches. Je nach Bruchform können wir das beispielsweise mit einem Nagel gelenkerhaltend bewerkstelligen oder falls der Bruch näher am Gelenk liegt, durch den Gelenkersatz mit einer Endoprothese.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kreuzbandriss – Was bedeutet das und was kann ich tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kreuzbandriss – Was bedeutet das und was kann ich tun?

Dr. med. Martin Rinio:

Im Kniegelenk verlaufen zwei Kreuzbänder: das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband. Das vordere Kreuzband reißt ungefähr 100 Mal häufiger als das hintere Kreuzband. Das heißt, wir haben es in der Regel bei Sportverletzungen mit Rissen des vorderen Kreuzbandes zu tun. Dies führt zu einer vermehrten Instabilität im Kniegelenk, denn das Kreuzband sichert den Unterschenkel gegen ein Verrutschen nach vorne. Fehlt das vordere Kreuzband, so kann diese Bewegung vermehrt durchgeführt werden. Dies spürt der Patient insbesondere durch Nachgebephänomene und Instabilitätsphänomene, wenn er beispielsweise Treppen hinabläuft oder auf schiefen Ebenen geht.

Manche Patienten sind in der Lage durch eine gute Muskelführung im Oberschenkel, den Verlust des vorderen Kreuzbandes zu kompensieren. Dennoch ist gerade bei jüngeren Patienten ein Ersatz des vorderen Kreuzbandes notwendig, denn die vermehrte Belastung des Knorpels führt sonst zu einem frühzeitigen Verschleiß und damit zur Entstehung von Arthrose.

Risse des vorderen Kreuzbandes heilen in aller Regel leider nicht spontan. Auch Bandnähte, die in der Vergangenheit versucht wurden, haben zu Misserfolg geführt. Deshalb hat sich heute als Standardbehandlungsmethode durchgesetzt, das vordere Kreuzband durch körpereigenes Gewebe zu ersetzen. Hier kommen im Wesentlichen zwei verschiedene Arten der Transplantate in Frage: eines, was aus der Mitte der Kniescheibensehne gewonnen wird und eines, was aus Beugesehnen vom Oberschenkel genommen wird. Diese werden dann anstelle des alten Kreuzbandes, welches gerissen ist, wieder durch den Knochen durchgezogen und im Knochen stabil verankert, so dass sie hier einwachsen können und die Funktion des vorderen Kreuzbandes damit übernehmen können.

Die Operationszeiten beim vorderen Kreuzbandersatz schwanken in aller Regel zwischen 20 Minuten und einer Stunde – je nach verwendeter Technik und verwendetem Transplantat. Die Nachbehandlung sieht eine kurzfristige Teilbelastung vor mit Steigerung der Beweglichkeit, Aufbau der Muskelkraft und Steigerung der Koordination, so dass nach ungefähr neun bis zwölf Monaten die Rehabilitation abgeschlossen ist. Diesen Zeitraum braucht es auch bis das neue Transplantat wieder sicher und stabil mit dem umliegenden Knochengewebe verheilt ist.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Hüftprothese: Ist eine CT/MRT- Untersuchung damit möglich?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Hüftprothese: Ist eine CT/MRT- Untersuchung damit möglich?

Dr. med. Martin Rinio:

Prinzipiell ist jede Röntgenuntersuchung möglich, wo beispielsweise eine CT-Untersuchung dazugehört. Moderne CT-Geräte sind in der Lage, die durch das Metall entstehenden Störgrößen herauszufiltern, und ergeben vernünftige Bilder.

Bei der MRT-Untersuchung, die ja mehr mit Magnetwellen funktioniert, ist es anders. Da hängt es vom verwendeten Implantat ab, ob es magnetische Eigenschaften hat oder nicht. Die modernen zementfrei implantierten Prothesentypen stellen hauptsächlich Titanlegierungen dar, die hinsichtlich einer MRT-Untersuchung unproblematisch sind. Sollte es sich um eine zementierte Prothese handeln, so ist eher von einer Stahllegierung auszugehen, die magnetische Eigenschaften hat, und deshalb für eine MRT-Untersuchung nicht geeignet ist.

Darüber hinaus kann Ihnen der Hersteller der jeweiligen Prothese Auskunft erteilen, ob im Einzelfall Ihre Prothese für eine MRT-Untersuchung geeignet ist. Teilen Sie deshalb auf jeden Fall Ihrem behandelnden Radiologen, der die Untersuchung durchführt, mit, dass Sie Träger einer Endoprothese sind, damit dieser sich im Vorfeld informieren kann, ob dieser Prothesentyp für die geplante Untersuchung geeignet ist.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kniegelenksspiegelung – Was erwartet mich?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kniegelenksspiegelung – Was erwartet mich?

Dr. med. Martin Rinio:

Eine Kniegelenkspiegelung ist heute ein Routineeingriff, der tausendfach jährlich durchgeführt wird. Hierbei schauen wir über einen kleinen Stich mit einer dünnen Optik in das Kniegelenk hinein und können uns so sämtliche Strukturen im Kniegelenk auf einem Monitor ausschauen. Des Weiteren wird ein zweiter kleinerer Kanal geschaffen, über den mit feinen Instrumenten das Kniegelenk ausgetastet und untersucht werden kann. Man kann beispielsweise den Meniskus abfahren und schauen, ob dort Risse vorhanden sind. Wir können Bänder prüfen, wie beispielsweise das vordere Kreuzband, indem wir mit diesem feinen Tasthäkchen das Band umfahren und daran ziehen und so prüfen können, ob es noch fest sitzt. Des Weiteren lässt sich sehr schön jede Gelenkfläche anschauen und auf ihre Intaktheit hin überprüfen.

Da wir bereits vor der Operation durch die MRT-Untersuchung wissen, was Ihrem Kniegelenk fehlt, wird die Gelenkspiegelung heutzutage nur noch als therapeutischer Eingriff durchgeführt. Das heißt, wenn wir vor Ort sind mit den feinen Instrumenten, können wir die entsprechende Erkrankung therapieren und den Schaden somit beseitigen.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Immer wieder Hüftschmerzen – was kann ich tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Immer wieder Hüftschmerzen – was kann ich tun?

Dr. med. Martin Rinio:

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich von einem fachkundigen Orthopäden untersuchen zu lassen. Hinter dem Symptom des Hüftschmerzes können sich vielfältige Erkrankungen verbergen. Beispielsweise kann es sich um einen sogenannten schleichenden Bruch handeln, das heißt auch ohne erkennbares äußerliches Trauma, ohne erkennbare äußerliche Gewalteinwirkung, kann es zu einem Bruch des Hüftkopfes kommen. Es kann eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes sein, wir sagen dazu Hüftkopfnekrose. Sie können sich das ähnlich vorstellen wie beispielsweise ein Herzinfarkt, wenn die Durchblutung lokal in diesem Hüftkopf gestört ist, dann kommt es auch dort zu einem Infarkt des Knochens, zu einem Absterben der Knochenzellen, was wiederum ebenfalls Schmerzen verursachen kann.

Klassisch und insbesondere bei jüngeren Patienten verbreitet, ist das sogenannte Impingement, das heißt dieses Anschlagsphänomen zwischen dem Hüftkopf und der Hüftpfanne, weil es zu einem Missverhältnis der Größen zwischen Hüftkopf und -pfanne kommt. Darüber hinaus, und wahrscheinlich mit die häufigste Ursache, dürfte die Arthrose darstellen, das heißt die Verschleißerkrankung des Hüftgelenkes. Bei mannigfaltigen Ursachen ist es also ratsam, frühzeitig seinen Arzt aufzusuchen, um die entsprechende Diagnose sicher stellen zu können.

Deutlich seltener kann sich auch mal eine infektiöse Erkrankung dahinter verbergen, das heißt eine Entzündung des Gelenkes, die beispielsweise durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Auch Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, also sogenannte Autoimunerkrankungen können sich am Hüftgelenk niederschlagen. Von daher ist es wichtig, dass Sie einen Arzt aufsuchen, der sich mit der Untersuchung und den Erkrankungen des Hüftgelenkes auskennt und Sie entsprechend untersuchen und beraten kann.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Knorpelschaden am Knie – Was kann ich tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Knorpelschaden am Knie – Was kann ich tun?

Dr. med. Martin Rinio:

Da ist prinzipiell zu unterscheiden, ob der Knorpelschaden durch einen Unfall entstanden ist – das sind meistens die Knorpelschäden, die sehr umschrieben in nur einem Teil des Gelenkes vorkommen – oder ob es sich um einen Knorpelschaden im Rahmen einer Verschleißerkrankung, also einer sogenannten Arthrose handelt. Das sind Knorpelschäden, die überwiegend das gesamte Gelenk oder große Teile des Gelenkes betreffen.

Bei den durch Unfall entstandenen Knorpelschäden, die sehr umschrieben sein können, ist es zunächst einmal wichtig, ob der geschädigte oder abgeplatzte Knorpel im Gelenk noch vorhanden ist. Dann würde es sich beispielsweise anbieten, diesen wieder festzumachen, damit er an Ort und Stelle einheilen kann. Ist dieser abgeplatzte Knorpel sehr geschädigt und es kann keine Einheilung mehr stattfinden, dann gibt es mehrere Möglichkeiten je nach Defektgröße.

Zum einen steht uns zur Verfügung, körpereigene Knorpelzellen aus Ihrem eigenen Gelenk zu entnehmen, die heranzuzüchten, zu vermehren und nach 21 Tagen als sogenannte Knorpelzelltransplantation in diesen Defekt, in diese Läsion wieder einzupflanzen, so dass an dieser Stelle wieder neuer Knorpel nachwachsen kann. Oder man kann eine sogenannte Microfrakturierung machen, das heißt der freiliegende Knochen wird mehrfach mit einem dünnen Meisel durchbrochen, so dass körpereigene Stammzellen aus dem Blut in diesen Defekt hineinwandern können, diesen Defekt verschließen und sich in der Folgezeit in Knorpelzellen umwandeln. Wir wissen von Stammzellen, die ja die Urzellen sind, dass sie sich in alle möglichen Gewebe differenzieren, also weiterentwickeln können, so auch in Knorpelgewebe, und diese sind dann in der Lage in den folgenden Wochen den Defekt zu verschließen. Die Qualität des Knorpels, der dann entsteht, ist nicht ganz so gut wie des ursprünglichen Gelenkknorpels, allerdings reicht sie aus, um den Knochen doch an dieser Stelle zu bedecken und eine glatte Gelenkfläche wieder herzustellen.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kniegelenksarthrose – kann ich mein Kniegelenk erhalten?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kniegelenksarthrose – kann ich mein Kniegelenk erhalten?

Dr. med. Martin Rinio:

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass wir zunächst eine Ursachenanalyse machen, was in Ihrem Fall zur Arthrose des Kniegelenks geführt hat. Die Ursachen können sehr mannigfaltig sein. Wir wissen heute den Zusammenhang zwischen Arthrose und Übergewicht. Gesichert ist auch der Zusammenhang zwischen Fehlbelastungen im Kniegelenk, wie sie beispielsweise bei einem extremen X- oder O-Bein auftreten können. Hierdurch werden gewisse Anteile im Kniegelenk unverhältnismäßig überbelastet, was die Arthrosen-Entstehung in diesem Bereich begünstigt. Eine Gewichtsreduktion – insofern sie möglich ist – wirkt sich in diesem Zusammenhang immer schützend für ihr Kniegelenk aus. Auch sollten die Fehlstellungen korrigiert werden, solange noch genügend Knorpelbelag im Gelenk vorhanden ist, um diesen auch weiterhin zu erhalten.

Wie lässt sich nun ein O-Bein korrigieren? Dazu hat sich in den letzten Jahren eine sehr elegante Methode durchgesetzt, bei der wir unterhalb des Kniegelenks den Unterschenkelknochen durchtrennen, aufklappen und mit einer Platte wieder festmachen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Achse zu verschieben, die durch das Gelenk geht. Wir erreichen damit andere Belastungsverhältnisse im Kniegelenk, das heißt die vormals stark belasteten inneren Gelenkanteile werden nun entlastet, was hier zu einer deutlichen Schonung des Knorpels führt. Hierdurch kann das Fortschreiten der Arthrose oftmals um viele Jahre aufgehalten werden, das heißt, es kann durchaus sein, dass Sie keinen künstlichen Gelenkersatz mehr brauchen.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Impingement an der Hüfte – Was kann man da tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Impingement an der Hüfte – Was kann man da tun?

Dr. med. Martin Rinio:

Zunächst einmal ist es wichtig, welche Art von Impingement an der Hüfte festgestellt worden ist. Wir unterscheiden da zwei Arten. Im Prinzip beruhen beide auf einem Missverhältnis zwischen der Hüftpfanne und dem Hüftkopf. Bei der einen Form des Impingements liegt die Ursache auf Seiten der Hüftpfanne, bei der anderen auf Seiten des Hüftkopfes. Sie dürfen sich das wie folgt vorstellen: Zum einen bietet die Hüftpfanne zu viel Überdachung und es kommt deshalb frühzeitig beim Beugen der Hüfte zum Anschlag. Im anderen Fall ist der Hüftkopf nicht ganz rund, sondern am Übergang zum Schenkelhals oval geformt, und somit kann diese Stelle vermehrt mit dem Pfannenrand in Kontakt kommen.

Sämtliche Behandlungsmöglichkeiten beim Hüftgelenks-Impingement zielen darauf ab das Gelenk zu erhalten, das heißt wir wollen das Entstehen einer Arthrose verhindern. Wie können wir das bewerkstelligen? Wenn die Ursache auf Seiten des Pfannenrands liegt, kann dieser zurückgefräst werden, so dass dadurch wieder mehr Platz für den Hüftkopf und den Schenkelhals entsteht. Liegt die Ursache eher auf Seiten des Hüftkopfes und Schenkelhalses, kann dieser neu konturiert werden, in dem wir hier den überschüssigen Knochen entfernen. Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu bewerkstelligen: eine offene Operation oder auch mit einer Gelenkspiegelung, einer so genannten Arthroskopie.

Eine Gelenkspiegelung bedeutet, dass wir über ganz kleine Zugänge mit feinen Instrumenten und einer Optik in das entsprechende Gelenk hineinschauen, die Behandlung durchführen können und am Ende bleiben nur ganz kleine Narben zurück.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Arthrose – Was steckt dahinter?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Arthrose – Was steckt dahinter?

Dr. med. Martin Rinio:

Die Arthrose lässt sich ganz einfach als Verschleißerkrankung eines Gelenks umschreiben. Sie dürfen sich vorstellen, dass das Gelenk an der Oberfläche mit einem Knorpel ausgekleidet ist. Dieser Knorpel ermöglicht uns eine sehr schöne Beweglichkeit im Gelenk und dieser geht bei der Arthrose mit der Zeit verloren. Er bricht an seiner Oberfläche auf und wird mit der Zeit dünner bis irgendwann der Knochen freiliegt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Gelenkschmiere verloren gegangen und der Knochen reibt aufeinander, was dann Schmerzen verursachen kann. Dieser Abrieb, der dann im Gelenk entsteht, kann zur Entzündung der Gelenkinnenhaut führen, was letztendlich zur Entstehung von Schmerz oder auch Dauerschmerz führt.

Ein typisches Zeichen ist der morgendliche Einlaufschmerz, das heißt. nach längeren Ruhephasen sind die ersten Bewegungsabläufe im Gelenk schmerzhaft und wenn das Gelenk wieder über Schmiere verfügt, verringert sich dieser Schmerz.

Die Ursachen der Arthrose-Entstehung sind sehr vielfältig. Wir gehen heute von einer angeborenen Prädisposition aus, das heißt es gibt anscheinend eine Veranlagung, weshalb bei dem Einen Arthrose entsteht bei dem Anderen nicht. Das hängt mit der Gewebequalität zusammen, wenn wir das so umgangssprachlich ausdrücken wollen. Zum anderen spielt die Belastung eine Rolle, das heißt bei extremen Fehlstellungen am Knie, wie zum Beispiel dem X- oder O-Bein, kommt es zur Belastung des einen Gelenkanteils und zur Entlastung eines anderen Gelenkanteils, so dass in dem belasteten Teil durch die mechanische Beanspruchung ein größerer Abrieb und Verschleiß entstehen kann.

Eine weitere Ursache für die Entstehung einer Arthrose kann ein Unfall sein. Wenn der Knorpel einen Schlag abbekommen hat, kann an dieser Stelle ein defekt im Knorpel entstehen, der sich dann letztendlich ausbreitet, größer wird und das ganze Gelenk erfassen kann.

Noch eine Ursache von Arthrose-Entstehung kennen wir am Hüftgelenk mit dem Phänomen des Impingements. Was ist ein Impingement? Es bezeichnet ein Anschlagsphänomen. Welche beiden Flächen kommen hierbei in Kontakt?

Auf der einen Seite haben wir die Pfanne, die im Becken integriert ist und auf der anderen Seite haben wir das Ende des Oberschenkelknochens, welches eine Kugel bildet. Wenn diese Kugel nicht kreisrund ist, sondern etwas oval geformt, passt sie nicht ganz in die Hüftpfanne hinein und es kommt insbesondere bei der Beugung zu einem Kontakt der ovalen Fläche des Hüftkopfes und dem kreisrund geformten Rand der Hüftpfanne, so dass es an dieser Kontaktfläche zu einem Knorpelschaden kommen kann, der dann in das Gelenk hinein wandern kann und letztendlich zur Arthrose des Hüftgelenks führt.

Betroffen sind häufig junge sportlich aktive Menschen, die diese Schmerzen bei Ausübung ihres Sports verspüren, wie zum Beispiel bei Laufsportarten oder Hürdenlaufen, wo bei starker Beugung im Hüftgelenk dieses Kontaktphänomen entstehen kann.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Hüftprothese: Ab wann ist sie sinnvoll? (arztwissen.tv / Knie & Hüfte)

Hüftprothese: Ab wann ist sie sinnvoll?

Mehr Gesundheitsvideos auf http://www.arztwissen.tv

Dr. med. Martin Rinio:
Eine Hüftprothese beziehungsweise eine Hüftendoprothese – und das Wort Endo bezeichnet, dass diese Prothese in den Körper integriert/implantiert wird – ist immer dann sinnvoll, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft worden sind. Bestehen danach immer noch Schmerzen, die Sie in Ihrer Lebensqualität einschränken, dann ist es sinnvoll diese Operation durchzuführen, denn sie führt zu einer deutlichen Schmerzreduktion und Schmerzfreiheit und schenkt Ihnen damit wieder mehr Bewegungsfreiheit und Lebensfreude. Da es sich nicht um eine lebensnotwendige Operation handelt und auch um kein lebensbedrohliches Krankheitsbild, liegt meines Erachtens die Entscheidung, wann der richtige Zeitpunkt für die Endoprothese gekommen ist, beim Patienten. Das heißt Sie dürfen sich entscheiden, ob Sie mit dem aktuellen Zustand noch zurechtkommen (ob Sie mit den konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Schmerzmitteln zurechtkommen) oder ob Sie sich für die Prothese entscheiden, die Ihnen durchaus mehr Lebensqualität bieten kann, da sie Sie dauerhaft schmerzfrei macht.

Mehr Gesundheitsvideos auf http://www.arztwissen.tv

Wie bei jeder Operation sind hier natürlich auch die Komplikationen zu bedenken, so dass es immer eine Einzelfallentscheidung gemeinsam mit dem Patienten darstellt, ob eine Endoprothese implantiert wird oder nicht. Insgesamt bleibt jedoch festzustellen, dass in Deutschland allein pro Jahr mehrere hunderttausend Hüftendoprothesen implantiert werden und es eine der erfolgreichsten Operationen der orthopädischen Chirurgie darstellt.