Selbstligierende Zahnspange – Welche Vorteile hat sie?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Was genau is so eine selbstligierende Zahnspange und welche Vorteile hat die?

Eine selbstligierende Zahnspange ist auf jeden Fall eine feste Zahnspange. Sie unterscheidet sich von den herkömmlichen festen Spangen dadurch, dass der Behandlungsbogen nicht fest im Schloss ist, sondern etwas Spiel hat. Sie sehen hier, dass der Behandlungsbogen die Zähne miteinander verbindet . Das ist der Draht , der in den entsprechenden Schlössern eingebunden ist. Wie sie sehen, ist es hier mit kleinen Gummiligaturen fixiert . Dadurch sitzt der Bogen recht fest im Schloss.

Ich zeige jetzt einmal ein stark vergrößertes Modell von einem selbstligierenden Brecket. Das ist das Teil, das auf den Zahn aufgeklebt wird. Hier haben wir den Behandlungsdraht, der wird eingelegt ins Schloss und dann wird dieses Schloss. zugemacht. Dass der Bogen Spiel hat, hat zwei entscheidende Vorteile: Es werden viel leichtere Kräfte auf den Zahlen übertragen und somit hat der Patient weniger Schmerzen. Der zweite Vorteil ist, dass durch das Spiel des Biogens im Schloss der Kieferknochen im Wachstum angeregt wird und somit der Zahn ein besseres Fundament bekommt.

Warum schadet ein permanet offener Mund der Entwicklung des Gebiss?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Bei einem permanent offenem Mund fehlt den Zähnen der Lippendruck. Durch den Lippendruck werden die Zähne durch ein Gleichgewicht zwischen Zunge und Lippen im Mund gehalten. Wenn die Lippen immer auf sind, der Patient also auch durch den Mund atmet , kommt es dazu, dass die oberen Schneidezähne nach vorne wachsen, weil der Lippendruck fehlt.

Die Kinder sollen ja auch durch die Nase atmen, denn in der Nase befinden sich kleine Härchen und kleine Drüsen, die Luft filtern; so sind die Kinder nicht zu häufig erkältet . Wir testen bei der Beratung, ob das Kind in der Lage ist durch die Nase Luft zu bekommen. Wenn das nicht der Fall ist, schicken weil die Patienten zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser wird dann eventuell vorhandene Polypen entfernen.

Wenn allerdings das Kind gut Luft bekommen durch die Nase und der Lippendruck aber im Prinzip zu schwach ist, empfehlen wir dem Kind Lippengymnastik. Das muss es dreimal am Tag fünf Minuten machen. In der Regel ist es so, wenn das Kind dann wieder normal durch die Nase atmet, können sich die Zähne entsprechend entwickeln und die Schneidezähne können auch nicht mehr nach vorne wachsen.

Warum sollte ich mein Kind schon mit 4 Jahren zum Kieferorthopäden schicken?

Mit vier Jahren kann man besonders gut das Wachstum steuern. Es geht nicht um eine Fehlstellung der Zähne, sondern um eine Lage-Beziehung der Kiefer zueinander. Wenn man zum Beispiel dieses Modell hier sieht, wo der Unterkiefer vor dem Oberkiefer steht, muss man dafür sorgen, dass der Unterkiefer im Wachstum gebremst wird – nach hinten bewegt wird, und der Oberkiefer nach vorne bewegt wird. Ich zeige ihnen jetzt mal ein Schluss-Modell: Hier haben wir das geschafft: Das ist die gleiche Patientin und die Lage-Beziehung der Kiefer stimmt nun zueinander.

Und so was macht man mit Geräten – mit herausnehmbaren Zahnspangen, die werden nachmittags und nachts getragen. Das sind die herausnehmbare Geräte, die den Unterkiefer nach hinten bewegen und hier oben kleine Wachstumspelotten haben, damit der Oberkiefer nach voren bewegt wird. So eine Frühbehandlung dauert anderthalb Jahre ungefähr, dann muss es geschafft sein, dass der Unterkiefer und der Oberkiefer eine korrekte Lage-Beziehung zueinander haben. Ihr Kind muss nachts noch eine Spange tragen – zirka ein Jahr und danach kontrollieren wir noch den Zahnwechsel und schauen ob später noch einmal eine zweite Behandlung notwendig ist.

Zahnspange – Wie lange muss sie getragen werden?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Zahnspange – Wie lange muss sie getragen werden?

In der Regel ist es so, dass man nach drei bis vier Jahren fertig ist mit der kieferorthopädische Behandlung. Danach muss aber immer noch eine Spange nachts getragen werden: Ein Jahr lang jede Nacht , ein Jahr lang jede zweite Nacht , ein Jahr lang jede dritte Nacht, ein Jahr lang eine Nacht pro Woche. Bei erwachsenen Patienten oder bei Patienten wo wir ganz große Zahnfehlstellung korrigiert haben, kleben wir auch Haltedrähte , die den Eckzahn auf der einen Seite mit dem Eckzahn auf der anderen Seite verbinden. Sie sorgen dafür, dass auch bei dem Wachstumsdruck der Weisheitszähne sich im Schneidezahn- Bereich nichts mehr verändert. Das heißt , diese Haltedrähtchen sind manchmal an ein Leben lang im Mund.

Zahnspange – Wie oft muss ich sie nachstellen lassen?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Wie oft muss ich eigentlich meine Zahnspange nachstellen lassen?

Sie müssen damit rechnen, dass sie alle fünf bis sechs Wochen den Kieferorthopäden besuchen. Bei der herausnehmbaren Spange wird dann an der Spange ein Federchen aktiviert oder andere Dinge aktiviert. Bei der festsitzenden Spange wird in unterschiedlichen Abständen der Bogen neue eingesetzt.

Zahnspange – Wie schmerzhaft ist das Tragen?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Zahnspange – Wie schmerzhaft ist das Tragen?

Bei der herausnehmbaren Zahnspage ist es so, dass es schon mal ein bisschen drücken kann, aber Schmerzen gibt es eigentlich nicht. Bei der festen Zahnspange sieht das etwas anders aus; das heißt nach dem Einsetzen der festen Spange kann es sein, dass der Patient zwei, drei Tage Schmerzen hat, weil die Zähne alle bewegt werden und natürlich empfindlich reagieren. Außerdem kann es sein, dass bei jedem Bogenwechsel – wenn also eine neue Kraftquelle auf die Zähne gebracht wird – dass da auch nochmal ein Druckgefühl auftritt. Aber richtige Schmerzen während der Behandlung hat man eigentlich nicht.

Zahnspangen – Welche Arten gibt es? Welche Vorteile und Nachteile gibt es?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Welche Arten von Zahnspangen gibt es und wo liegen die Vor- und die Nachteile?

Die herausnehmbaren Zahnspangen werden während des Wachstums eingesetzt; das heißt man kann mit den Geräten zum Beispiel wie bei dieser Spange den Oberkiefer weiten – also breiter machen, damit er zum Unterkiefer passt, oder man kann auch einzelne Zähne bewegen – allerdings nur kippend und nicht mit der Zahnwurzel bewegen.

Dann gibt es auch Zahnspangen, die das Wachstum beeinflussen. Hier wird nur der Einzelkiefer behandelt. Hier wird die Lage-Beziehung Oberkiefer/ Unterkiefer korrigiert.

Diese Doppelspangen sind natürlich nicht so angenehm zu tragen. Die werden nur nachmittags und nachts in den Mund genommen und dann kann man erreichen, dass der Unterkiefer einen Millimeter pro Monat auf den Oberkiefer zuwächst.

Außerdem gibt es noch ein Gerät, das nicht so gerne getragen wird, aber das einen ganz tollen Einfluss auf das Oberkiefer-Wachstum hat. Das ist so ein Wachstumsbügel, ein Gesichtsbügel, der dafür sorgt, dass der Oberkiefer im Wachstum gebremst wird. Diese kleinen Enden werden an einer Kopfkappe befestigt und da gibt es einen Zug der den Oberkiefer nach hinten bewegt.

Dann gibt es verschiedenste Arten von Wachstumsspannungen: einmal aufs Oberkiefer- Wachstum bezogen und einmal auf Unterkeiferwachstum bezogen – abhängig davon, was bei dem Kind gerade notwendig ist.

Auf der anderen Seite gibt es noch die festsitzende Zahnspange, mit der Zahn und Wurzel bewegt werden – anhand des Bogens, der eingesetzt wird. Man kann also nicht wie bei den herausnehmbaren Spangen Wachstum beeinflussen, sondern man bewegt die Zähne aufeinander zu. Hierzu ist es extrem wichtig, eine optimale Zahnpflege zu haben. Der Patient muss auch Hilfsmittel von uns einhängen, die dafür sorgen, dass die Zähne in die richtige Richtung bewegt werden. Diese feste Zahnspange ist in der Regel anderthalb bis zwei Jahre im Mund. Danach ist man meistens fertig, ausser es gibt etwas schwierigere Behandlungen.

Manchmal müssen auch Gummiringe eingehängt werden; diese müssen meistens rund um die Uhr getragen werden. Diese Gummiringe bewegen die Zähne aufeinander zu. Man trägt die vom oberen Eckzahn häufig zum unteren Backenzahn. Diese Gummiringe bewegen jetzt den oberen Eckzahn ein Stückchen nach hinten und den unteren Backenzahn ein Stück nach vorn und solange bis die Zähne korrekt zu einander eingestellt sind.

Der Vorteil einer festen Spange ist, dass man meist nach zwei Jahren fertig ist, und man dann eine ganz perfekte Zahnstellung hat. Das ist im Gegensatz zu sehen zu den herausnehmbaren Zahnspangen, da muss man meistens drei bis vier Jahre mit machen, man ein schönes Ergebnis erreichen kann.

Bis zu welchem Alter ist eine kieferorthopädische Behandlung möglich?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Man kann in jedem Alter behandeln, wenn die Patienten motiviert sind. mein ältester Patient war 61 Jahre alt und wollte noch eine Zahnspange haben. Man kann im Prinzip in jedem Alter behandeln. Die Patienten müssen nur dazu bereit sein. Ich sage bei den Erwachsenen immer: Es ist eine Beinträchtigung der Lebensqualität. Man muss das für sich wollen, dann hält man das auch aus.

Die Patienten müssen erstens damit rechnen, dass sich Speisereste zwischen den festen Zahnspangen absetzen. Da müssen sie regelmäßig putzen. Die Zähne werden empfindlich, das heißt es kann auch mal ein bisschen weh tun und drücken. Die dritte Sache ist, manchmal müssen Patienten auch Gummiringe einhängen, die die Zähne bewegen. Auch das ist eine Beeinträchtigung, denn die müssen täglich getragen werden – und zwar täglich möglichst 24 Stunden. Sie müssen das natürlich für sich machen und nicht für ihren Partner. Denn sie können sich vorstellen, diese Beinträchtigung müssen sie alleine aushalten. Ihr Partner kann Ihnen da nichts abnehmen. Ich habe viele Patienten erlebt die wirklich ganz zufrieden waren hinterher und glücklich, weil sie eine geschlossene Zahnreihe hatten, keine Lücken mehr zwischen den Zähnen und sich deutlich wohler und jünger fühlten.

Kunstgelenk: Muss ich etwas Besonderes beachten?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Kunstgelenk: Muss ich etwas Besonderes beachten?

Dr. med. Martin Rinio:

In aller Regel funktioniert das implantierte Kunstgelenk sicher und zuverlässig. Sollten einmal ungewöhnliche Schmerzen entstehen oder Sie unter hohem Fieber leiden, so ist es unbedingt ratsam, Ihren Arzt unmittelbar aufzusuchen.

Ansonsten sind jährliche Kontrollen der Prothese völlig ausreichend. Sie stellen sich hierbei bei Ihrem Arzt vor, der Sie körperlich untersucht und Sie entsprechend über den Verlauf des letzten Jahres befragt. Des Weiteren werden sicherheitshalber Röntgenaufnahmen angefertigt, um den guten und korrekten Sitz der Prothese weiterhin zu überprüfen und sicherzustellen.

Alle Patienten erhalten darüber hinaus einen sogenannten Endoprothesen-Pass, in den die Untersuchungen eingetragen werden können. Diesen Pass führen Sie beispielsweise auch bei Sicherheitskontrollen am Flughafen bei sich und können somit ausweisen, weshalb der Metalldetektor anschlägt.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Meniskusriss – Was ist das genau und was kann man tun?

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv

Meniskusriss – Was ist das genau und was kann man tun?

Dr. med. Martin Rinio:

Um es besser erklären zu können, habe ich hier ein Knochenmodell vom Kniegelenk. Wir schauen hier in den äußeren Gelenkspalt hinein. Der Knorpel und der Meniskus liegen in diesem Bereich. Der Meniskus ist sozusagen eine Zwischenscheibe, die zwischen Ober- und Unterschenkel zu liegen kommt und eine gewisse Pufferfunktion hat. Es gibt ihn auf der Außenseite als sogenannten Außenmeniskus und in der Innenseite als Innenmeniskus.

Häufiger von den Rissen betroffen ist der Innenmeniskus, da er größeren Belastungen ausgesetzt ist. Die meisten Risse am Meniskus entstehen in Folge von Bagatellbewegungen, beispielsweise beim Aufstehen aus der Hocke. Hierbei ist eine gewisse Gewebevorschädigung anzunehmen, da es sonst nicht zu dieser Rissbildung im Meniskus käme. Klassischerweise ist der Innenmeniskus häufiger betroffen als der Außenmeniskus, da er stärkeren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist. Insbesondere im hinteren Anteil des Meniskus, also im sogenannten Hinterhorn sind die meisten Risse zu verzeichnen.

In aller Regel reißt der Meniskus in einer Art und Weise, die eine Naht nicht möglich macht, deshalb wird der abgerissene Anteil im Rahmen einer Kniegelenksspiegelung entfernt und der restliche Meniskus geglättet. Sollte der Meniskus in einer Art und Weise reißen, die eine Naht möglich macht, so ist auch eine Naht und eine Refixierung des Meniskus möglich, so dass dieser wieder stabil im Kniegelenk einheilen kann. Für den Fall, dass der Meniskus nicht zu nähen war und wir den abgerissenen Anteil aus dem Kniegelenk entfernen mussten, ist es nach wie vor möglich, das Kniegelenk ganz normal zu bewegen. Das heißt, wir achten heute darauf, wirklich nur den geschädigten Anteil des Meniskus zu entfernen, dass noch genügend Restmeniskus vorhanden ist, der dann auch noch eine Restfunktion ausübt, so dass das Gelenk nach wie vor noch eine entsprechende Dämpfung durch den Restmeniskus hat. Dass der Meniskus gerissen ist, merken Sie daran, dass es zu Einklemmungserscheinungen im Kniegelenk kommen kann. Diese führen klassischerweise zu Streckblockaden, das heißt das Kniegelenk kann nicht mehr vollständig gestreckt werden und es entstehen hierbei sehr starke Schmerzen. Mit der Entfernung des abgerissenen Meniskusanteils verschwinden auch gleichzeitig die Schmerzen und das Kniegelenk ist wieder frei beweglich.

Mehr Gesundheitsvideos auf https://arztwissen.tv