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Unsere Ärztinnen und Ärzte nehmen Sich richtig viel Zeit für Sie. Alle Hintergründe zu Erkrankungen, Untersuchungsmethoden, möglichen Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen werden einfach und anschaulich im Video erklärt.
Belastungs-EKG Arme (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Belastungs-EKG Arme
Dr. med. Petra Lange-Braun
Ich habe einen Bypass – Wie ändert sich mein Leben? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Ich habe einen Bypass – Wie ändert sich mein Leben?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Sie haben Bypässe bekommen. Das bedeutet, dass Ihr Herz jetzt wieder besser mit Sauerstoff versorgt wird, es bedeutet aber eben auch, dass Sie Ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen. Diese sind wichtig, um auch für jetzt und in der Zukunft zu garantieren, dass Ihre Umleitungsstraßen, die Sie da haben, auch weiterhin passierbar bleiben und Ihr jetzt nicht nur jetzt sondern auch weiterhin genügend Blut und Sauerstoff erhält.
Das bedeutet aber auch, dass Sie Ihre Lebensweise in Zukunft dahingehend verändern dürfen, dass diese Lebensgewohnheiten, die letztlich dazu geführt haben, dass Sie an diese Krankheit bekommen haben und damit die Bypassoperation notwendig wurde, ablegen dürfen. Sie dürfen gerne auf das Rauchen verzichten, Sie dürfen sich in Zukunft mehr sportlich betätigen und Sie dürfren auch ein ganz besonderes Augenmerk auf die gesunde Ernährungsweise legen.
Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader
Dr. med. Petra Lange-Braun
Bluthochdruck – Muss ich alle Medikamente auf Dauer nehmen? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Bluthochdruck – Muss ich alle Medikamente auf Dauer nehmen?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Das kommt darauf an. Der Bluthochdruck ist eine ernstzunehmende Erkrankung, der auch zu Herzanfall, Herzinfarkt und Nierenversagen führen kann. Natürlich sollten Sie in erster Linie, so Sie übergewichtig sind, Ihr Gewicht reduzieren, Sie sollten sich regelmäßig sportlich körperlich betätigen und Sie sollten Stress möglichst vermeiden. Sollten aber alles diese Maßnahmen nicht dazu führen, dass eine eine Blutdrucknormalisierung eintritt, so würden wir als Kardiologen Ihnen dann Medikamente zur Senkung des Blutdrucks verschreiben.
Dieses sind dann in der Regel auch Medikamente, die Sie ein Leben lang einnehmen müssen, da diese Medikamente nicht Ihren Bluthochdruck heilen, sondern nur Ihren Blutdruck senken.
Und so in in diesem Fall dann Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen verhindern können.
Sie sollten das Ganze natürlich regelmäßig bei Ihrem Hausarzt überprüfen lassen, ob und in welcher
für Sie individuell angepassten Höhe Sie diese Medikamente auch weiter nehmen müssen.
Herzerkrankungen und Psyche – Gibt es Zusammenhänge? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Herzerkrankungen und Psyche – Gibt es Zusammenhänge?
Dr.med. Petra Lange-Braun:
Ja, welchen Einfluss hat die Psyche auf Ihr Herz? Sie hat einen sehr großen Einfluss.
Ein Beispiel, das Wort Angina Pectoris, das heutzutage jeder kennt, der Fachausdruck für Brustenge und das Wort Angst haben den gleichen Wortstamm. Sie gehen beiden auf das lateinische Wort angus, welches Enge bedeutet zurück. Jeder kennt das, dass es einem vor Angst fast den Brustkorb abschnürt. Ebenso geht es diesen Menschen, die Angina Pectoris haben.
Und umgekehrt kann eine fröhliche Grundstimmung Ihr Herz nicht nur optimal erleichtern, es kann Sie auch langfristig vor schweren Herzerkrankungen schützen.
Herzinfarkt – Was muss sofort getan werden? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Herzinfarkt – Was muss sofort getan werden?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Wenn Sie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben und Sie verspüren bei sich einen heftigen Brustschmerz verbunden mit Luftnot, Schweißausbruch oder gar Übelkeit, dann sollten Sie sofort die Feuerwehr, unter Angabe Ihrer Person und der Symptome, anrufen. So dass Sie umgehend in eine Krankenhaus eingeliefert werden können und dass sofort alle notfallmäßigen Maßnahmen ergriffen werden können.
Verspüren Sie gelegentlich, immer wieder bei Belastung, einen auftretenden Brustschmerz oder gar nur eine Brustenge, dann sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen, der Sie dann sicherlich sofort zu einem weiterbehandelnden Cardiologen überweisen wird.
Gerade bei Ihnen als Frau ist auch das Symptom der akut einsetztenden Übelkeit verdächtig und bedarf einer weiteren Diagnostik.
Bluthochdruck – Schadet das meinem Herzen? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Bluthochdruck – Schadet das meinem Herzen?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Das Ganze ist mit einem sicheren „ JA“ zu beantworten. Selbstverständlich schadet Bluthochdruck, der über längere Zeit besteht, Ihrem Herzen. Bluthochdruck ist wie das Bodybuilding für den Bizeps, Bodybuilding für den Herzmuskel. Der Herzmuskel ist ein Muskel wie jeder andere im Körper und er reagiert auf zusätzliche Last, die ihm aufgebürdet werden, mit einer Hypertrophie der Muskulatur. Hypertrophie bedeutet der Muskel wird dicker und leistungfähiger, stärker.
Das klingt erst mal gut, aber bitte bedenken Sie, Bodybuilder laufen keinen Marathon. Und Ihr Herzmuskel ist ein Marathonmuskel, d.h. er soll viele Jahre seine kontinuierliche Leistung erbringen und dafür darf er schlank und elastisch sein.
Der verdickte Herzmuskel aber birgt langfristig die Gefahr von Herzschwäche oder gar einem Herzinfarkt und damit ist Ihr Bluthochdruck, so er nicht behandelt wird, langfristig schädlich für Ihr Herz.
Langzeit EKG – Was erwartet mich? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Langzeit EKG – Was erwartet mich?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Mithilfe eines LangzeitEKG ́s zeichnen wir über 24 Stunden Ihren Herzrhythmus auf. Dazu bekommen Sie kleine Elektroden auf den Brustkorb geklebt, wir verpflastern das gut, damit es auch 24 Stunden halten kann und ein kleines Aufzeichnungsgerät, indem sich ein Chip befindet und eine kleine Batterie, werden an Ihrem Körper in dieser Zeit getragen.
Nach Abnahme des Geräts können wir über einen Computer die Auswertung in unserem Institut vornehmen und anschließend das Ergebnis mit Ihnen diskutieren.
Machen Herzensangelegenheiten wirklich krank? (Dr. med Petra Lange-Braun)
Machen Herzensangelegenheiten wirklich krank?
Dr. med Petra Lange-Braun:
Selbstverständlich können Herzensangelgenheiten krank machen. Nicht nur in der Literatur lesen wir häufiger von dem gebrochenem Herzen. Langfristiger Kummer, wie z. B. beim Verlust eines geliebten Menschen oder längerfistigem Liebeskummer oder wenn Sie Mobbing am Arbeitsplatz ausgestetzt sind, kann das langfristig nicht nur zu einem unangenehmen Druckgefühl im Brustkorb, der Last auf den Schultern führen. Es kann auch langfristig dazu führen, dass Ihr Herz auch als Organ erkrankt.
Wie kann das sein? Das geschieht einerseits dadurch, dass Sie das Leben nur noch unter größerem Druck meistern und damit langfristig bei sich selbst einen Bluthochdruck entwickeln, der bekanntermaaßen auch zu vielfachen Schäden u. a. auch zu Herzerkrankungen führen kann. Oder aber, dass Sie aufgrund des Kummers eine ungesunde Lebensweise haben, sich falsch ernähren, zu wenig schlafen und damit natürlich langfristig auch Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. eine Zuckerkrankheit entstehen kann, die dann wiederum entsprechende Herzerkrankungen auslöst.
Es gibt sogar viele dokumentierte Fälle, in denen bei Menschen unter extremen Stresssituationen Symphtome auftreten, wie bei einem aktuen Herzinfarkt, ohne dass nachweislich eines Ihrer Herzkranzgefäße verschlossen wäre. Dies geschieht durch die Überschwemmung Ihres Körpers mit sog. Stresshormonen.
Mein Herz stolpert, was steckt dahinter? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Mein Herz stolpert, was steckt dahinter?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Wenn Ihr Herz stolpert handelt es sich i.d.R um Herzrhythmusstörungen. Gott sei dank sind diese in den meisten Fällen harmlos, dennoch sollten Sie einen Cardiologen aufsuchen, um in einem
EKG /LangzeitEKG, das Ihnen 24 Stunden angelegt wird, festzustellen, um welche Form der Herzrhytmusstörung es sich handelt. Weitere Untersuchungen sollten klären, ob eine Herzerkrankung Grund für diese Herzrhythmusströrung ist.
Im Falle des Ausschlusses einer Herzerkrankung empfehlen wir Stressreduktion und Nahrungsergänzungsmittel. Dabei empfehlen wir in erster Linie die Einnahme der Elektrolyte Kalium und Magnesium, weil diese eine besonders beruhigende Wirkung auf den Herzrhythmus haben.
Schaden Viagra oder ähnliche Mittel meinem Herzen? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Schaden Viagra oder ähnliche mittel meinem Herzen?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Nein, das tun sie definitiv nicht.Trotzdem würde ich Sie bitten, wenn Sie ein Herz-Patient sind und Medikamente für Herzkrankheiten einnehmen, dass Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Es gibt einzelne Medikamente, die in der Herztherapie eingesetzt werden, die bei gleichzeitiger Einnahme mit Viagra oder ähnlichen Mitteln zu erheblichen und damit auch potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. Deswegen bitte ich sie: Konsultieren Sie in diesem Falle vorher Ihren Arzt!
Inhalt erstellt: 29.08.2013
letzte Aktualisierung/Aktualitätsprüfung: 29.08.2013
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Schwaches Herz – Welchen Sport darf ich noch betreiben? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Schwaches Herz- Welchen Sport darf ich noch betreiben?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Grundsätzlich dürfen Sie jede Sportart, die Sie auch vorher betrieben haben, weiter betreiben. Sie sollten nur jetzt die Intensität an die neuen Gegebeneheiten anpassen und gegebenenfalls mit Ihrem Cardiologen zusammen, die Herzfrequenz ermitteln, die Sie beim Betreiben des Sports nicht überschreiten sollten.
Wenn Sie sich diesbezüglich unsicher sind, können Sie Ihre Herzfrequenz auch während Ausübung des Sports durch ein portables Herzfrequenzmessgerät, welches Sie im Fachhandel erwerben können, konrollieren.
Herzinfarkt/-Herzattacke – Was ist der Unterschied? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Unterschied Herzinfarkt und Herzattacke?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Der Unterschied zwischen einem Herzinfarkt und einer Herzattacke ist eine Frage des Schweregrades. Der Herzinfarkt bedeutet, dass im Rahmen des Schmerzanfalls, den Sie haben, auch ein Teil Ihres Herzmuskelgewebes abstirbt. Bei der Herzattacke, oder dem Angina Pectoris-Anfall wie wir das nennen, oder was auch ein Fachausdruck ist: dem akuten Koronarsyndrom, ist es in der Regel möglich, durch den rechtzeitigen Eingriff mit Medikamenten und/oder einer Maßnahme wie einem Herzkatheter, das Absterben von Herzmuskelgewebe zu verhindern.
Vorhofflimmern – Warum Marcomar, obwohl es das nicht beseitigt? (Dr. med. Petra Lange-Braun)
Vorhofflimmern – Warum muss ich Marcumar nehmen, obwohl es das
nicht beseitigt?
Dr. med. Petra Lange-Braun:
Sie haben Vorhofflimmern, das bedeutet, dass eine Ihrer Herzhöhlen nicht mehr richtig pumpt. Flimmern bedeutet, dass die Kontraktion der Herzhöhle nicht mehr vorhanden ist, was bedeutet, dass das Blut in der Herzhöhle zum Stillstand kommt und nicht mehr im rechten Fluss ist.
Stillstand von Blut bedeutet, dass die Gerinnungsfähigkeit des Blutes steigt und dass damit die Gefahr besteht, dass in dieser Herzhöhle sich ein Blutpfropf, wir nennen es Thrombus, bildet.
Sollten Teile dieses Blutpfropfen oder Thrombus in der Blutbahn weitertransportiert werden, kann er, was sehr wahrscheinlich ist, im Kopf zum Verschluss einer Ader führen, was dann bedeutet, dass der Bezirk, der von dieser Ader versorgt wird, nicht mehr richtig versorgt ist und Sie einen Schlaganfall erleiden.
Um diesen zu verhindern, müssen wir die Blutgerinnungsfähigkeit Ihres Blutes herabsetzen und das tun wir mit Hilfe von Medikamenten. Aktuell ist Marcumar das Mittel der Wahl. Sollten Sie Marcumar nehmen müssen, bedeutet das, dass Sie Ihre individuelle Marcumar-Dosis regelmäßig bei Ihrem Hausarzt alle paar Wochen überprüfen lassen müssen.
Warum ist das wichtig? Sollte Ihre individuelle Marcumar-Dosis zu niedrig sein, besteht weiterhin die Gefahr eines Schlaganfalls, das heißt das Medikament bietet Ihnen nicht den gewünschten Schutz. Ist die Marcumar-Dosis zu hoch, besteht die Gefahr, dass Sie eine Blutung bekommen. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Gehirnblutungen besonders gefährlich.
In naher Zukunft erwarten wir neue Medikamente auf dem Markt, die Ihnen den gleichen Schutz vor einem Schlaganfall wie Marcumar bieten, dabei aber die Ermittlung Ihrer individuellen Dosis, das Monitoring nicht mehr erforderlich sein wird.
Fersensporn – Was ist das und was kann man dagegen tun? (Dr. Wolfgang Klauser)
Was ist ein Fersensporn und was kann man dagegen tun? Patienten mit einem Fersensporn klagen im allgemeinen über Schmerzen innenseitig an der Ferse und zwar im Bereich der Fußsohle. Dort können sie immer einen sehr starken Druckschmerz auslösen, direkt über der Sehne selbst, die sich dort befindet. Früher hat man immer gedacht in diesem Bereich, wo die Sehne an dem Knochen ansetzt, dass dort eine Verknöcherung existiert.
Gibt es bestimmte Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen und fördern können?
Gibt es gewisse Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen und fördern können? Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen können, z.B. zählt sicherlich dazu das Übergewicht, aber auch das Risiko, dass wir das falsche Schuhwerk tragen. In unserer Zivilisation ist es häufig so, dass wir häufiger mal hochhackige Schuhe tragen, was das weibliche Geschlecht zumindest betrifft und da muss man ganz deutlich sagen, dass das eigentlich keine normale Belastung des Fußes darstellt.
Wie werden Kunstgelenke am Kniegelenk am Knochen fixiert? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Wie werden Kunstgelenke im Kniegelenk am Knochen fixiert?
Grundsätzlich werden Kniegelenke in Deutschland oder die Prothesen in Deutschland am ehesten mit Knochenzement fixiert, d.h. wir bevorzugen die Fixierung unter Verwendung von einem Knochenzement, so dass wir die einzelnen Teilbestände dieser Prothese auf den Knochen zementieren. Das erlaubt eine relativ schnelle Belastbarkeit und hat sich auch als positiv erwiesen hinsichtlich der Langzeithaltbarkeit für die Kunstgelenke. Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit solche Prothesen zementfrei einzusetzen, allerdings hat sich da in großen Untersuchungen gezeigt, dass die Langzeithaltbarkeit von zementfrei eingesetzten Prothesen nicht so gut ist.
Knieprothesen – Wie oft lassen sie sich austauschen? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Wie oft lassen sich Knieprothesen austauschen?
Zwei Faktoren beeinflussen im wesentlichen die Möglichkeit Prothesen austauschen zu können. Zum einen sind das die Weichteil, also Muskeln und Bänder, die das Kniegelenk umgeben und zweitens geht es dabei um den Knochen, den wir während der Operation finden, ob der doch taugt und wie groß Knochendefekte, die eventuell entstanden sind. Der Austausch von Prothesen ist glücklicherweise nicht sehr häufig erforderlich. Man kann davon ausgehen, dass man heute Knieprothesen, wenn man pfleglich mit ihnen umgeht, 15 -20 Jahre halten. Dann kommt es im allgemeinen zu einer Lockerung/Verschleiß insbesondere des Gleitlagers der Prothese und das wiederum führt dann zu einer Wechseloperation, wenn dieser Verschleiß weiter fortgeschritten ist.
Unter ordentlichem Umgang verstehen wir, dass der Patient sich mit seiner Prothese bewegt und alles das tun kann, was im Freude bringt, allerdings gibt es gewisse Bewegungen und gewisse Sportarten insbesondere, die dazu führen, dass ein Kunstgelenk einen vermehrten Verschleiß unterliegen kann. Dazu zählen die Aufnahme von Kontaktsportarten. Fußballspielen wäre eine Sportart, die wir unseren Patienten nicht unbedingt empfehlen würden, weil hier doch sehr abrupte Drehbewegungen und Scheerbewegungen auf das Gelenk auftreten können und dadurch dann ein vermehrter Verschleiß auftritt.
Morton Neuralgie/Krankheit – Was ist das und was kann man dagegen tun? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Was ist die Morton Neuralgie/Krankheit und was kann man dagegen tun?
Bei der Morton Neuralgie handelt es sich um eine Verdickung eines Nerven im Vorfußbereich direkt im Bereich der Mittelfußköpfchen, d.h. in dem Bereich kommt es bei den Nerven aufgrund eines mechanischen Reizes zu einer Verdickung und das kann sich dann äußern in einem schmerzhaften Schnappen in den Weichteilen, die hier zwischen im Mittelfußköpfchen liegen. Der Patient verspürt einen elektrisierenden Schmerz, der in die Zehen, die dort betroffen sind, ausstrahlen kann. Es kann auch zu einem Taubheitsgefühl in den betroffenen Zehenarealen führen und der Patient verändert dann sein Gangbild, weil das Gehen und Abrollen im Vorfußbereich sehr schmerzhaft ist.
Grundsätzlich würde man versuchen, wenn man ein Mortonneurom diagnostiziert hat dort erstmal mit konservativen Maßnahmen vorzugehen, z.B. Zurichten des Schuhwerkes, Tragen einer Einlage, die möglichst eine entsprechende Entlastung auch im Bereich der Mittelfußregion bringen soll. Wenn das nicht hilft kann man auch Versuchen mit Spritzen lokal eine Linderung für die Patienten herbei zu führen. Das ist sehr schmerzhaft und letztendlich bei Bestehenbleiben dieser Beschwerden, dieser Schmerzen, die teilweise auch sehr stark sein können, würde man die Operation empfehlen.
Die Operation besteht darin, dass man ein relativ kurzen Hautschnitt, im Bereich der Mittelfußköpfchenregion und dann direkt auf diesen Nervenknoten geht. Diesen Nervenknoten entfernt. Das hätte zum Nachteil für den Patienten, dass dann die Zehen in denen Arealen, wo sie von diesen Nerven versorgt wurden, zwar taub sind aber der Schmerz fällt dann weg. Und das schließlich Ziel der Sache.
Wann sollte man einem Patienten den Rat geben, sein Knie mit einer Prothese versorgen zu lassen?
Dr. Wolfgang Klauser:
Wann sollte man einem Patienten den Rat geben, sein Kniegelenk mit einer Prothese versorgen zu lassen?
Als Arzt würden wir ganz gerne, dass wenn ein Patient zu uns kommt, die gesamte konservative Therapie einer Arthrose ausgeschöpft ist, d.h. Krankengymnastik, medikamentös, Kühlungen, dass diese therapeutischen Maßnahmen erfolgt sind und dass dennoch ein erhöhter Leidensdruck besteht. Der Patient Schmerzen im Kniegelenk, eine eingeschränkte Belastungsfähigkeit und Schmerzen hat, die so stark sind, dass er letztendlich eine Einschränkung seiner Lebensqualität in erheblichen Umfang verspürt. Erst dann und dann im Zusammenhang mit der Veränderung im Röntgenbild befürworten wir eine entsprechende Prothesenversorgung, eine Versorgung des Kniegelenks mit einem Kunstgelenk. Bei den entsprechenden Veränderungen im Röntgenbild wollen wir natürlich Arthrosezeichen sehen. Es fügt sich gut, wenn wir Veränderungen haben, die einer Arthrose entsprechen, weil wir dann das gesamte Bild zusammenfügen können und dem Patienten auch eine gute Empfehlung zur Versorgung mit einem Kunstgelenk geben können.
Wenn wir keine Arthroseveränderung auf dem Kniegelenk auf dem Röntgenbild finden, dann würden wir besonders sorgfältig noch einmal nachsehen, ob der Patient vielleicht Schmerzen hat, die von anderen Anteilen des Körpers herkommen. Wenn aber der Arthroseschmerz und die Arthrosezeichen auf dem Röntgenbild vorhanden sind, dann können wir mit gutem Gewissen ein entsprechendes Kunstgelenk für den Patienten anbieten.
Senk-Spreizfuß – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Senk-Spreizfuß – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Beim Senk-Spreizfuß kommt es häufig zu einer Abflachung des Fußlängsgewölbes verbunden damit zu einer Abflachung des Vorfußquergelenkes.
Das heißt dieses Längsgewölbe sackt ab und es kommt zu einer Verbreiterung dieses Quergewölbes. Der Fuß wird an sich im Vorfußbereich breiter. Die Ursachen hierfür können mannigfaltig sein. Sie können zum Beispiel angeboren sein. Sie können aber dadurch bedingt sein, dass der Patient übergewichtig ist und dass dann der Fuß einfach in seiner Statik überfordert ist. Im allgemeinen würden wir versuchen derartige Probleme konservativ zu behandeln. Wir würden versuchen eine Einlagenversorgung durchzuführen. Die Patienten klagen häufig über ein Engegefühl beim Tragen von Schuhen und es kommt zu einer schmerzhaften Entwicklung von Schwielen, die am inneren Anteil des Fußes, aber auch außenseitig aufgeführt sein können.
Wir würden versuchen durch die Einlagen eine entsprechende Unterstützung des Vorfußquergewölbes aber auch des Längsgewölbes des Fußes zu ermöglichen.
Wenn diese entsprechenden therapeutischen Maßnahmen versagen, müsste man sich darüber Gedanken machen, ob man versucht operativ eine Verschmächtigung des Fußes herbei zu führen. Häufig ist dieses Spreizfußdeformität vergesellschaftet mit Zehenfehlstellungen. Einem Auseinanderweichen des Mittelfußknochens 1 und Mittelfußknochens 5, also 1. und 5.. Man könnte sich überlegen, diese Mittelfußknochen umzustellen, um den Fuß dann in seinem Vorfußareal zu verschmächtigen.
Das würde einher gehen mit einer entsprechenden Korrektur der Zehenfehlstellungen, die dem Patienten Probleme bereiten.
Das wäre z.B. eine operative Maßnahme, die viele dieser Patienten benötigen, um dann wieder in normales Schuhwerk zu passen.
Riss der Achillessehne – Was muss getan werden? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Achillessehnenriss – Was muss getan werden?
Wenn die Achillessehne reißt, dann passiert das häufig im Rahmen eines sportlichen Ereignisses oder aber auch spontan. Das hat etwas damit zu tun, dass die Achillessehne häufig schon vorgeschädigt war und entzündliche Veränderungen aufgewiesen hat. Grundsätzlich ist die Therapie eines Achillessehnenrisses nach wie vor zwischen konservativer und operativer Therapie zu wählen.
Es gibt heute Verfechter einer konservativen Therapie, die versuchen den Unterschenkel ruhig zu stellen und die Sehne, die gerissen ist dadurch konservative Maßnahmen durch die Ruhigstellung zum Ausheilen zu bringen. Im allgemeinen wird aber die Mehrheit der Patienten operiert, wobei wir heute die Möglichkeit haben mit sehr kurzen Haarschnitten, sogenannt minimalinversiv zu operieren, um die gerissenen Sehnenbündel wieder aneinander anzunähen operativ. Das wird dann mit kräftigen Nähten durchgeführt und nur in sehr seltenen Fällen, z.B. bei chronischen Rissformen, wenn die Sehnenanteile, die gerissen sind, sehr weit voneinander entfernt haben, ist man dann aufgefordert richtig offen zu operieren und diese Sehnenbündel darzustellen und da zu versuchen diese Enden wieder miteinander zu verbinden.
Das sind häufig sehr aufwendige Operationen, die auch einer sehr sorgfältigen Nachbehandlung bedürfen, häufig eine Ruhigstellung über viele Wochen und eine sehr dosierte Krankengymnastik.
Können Sie einschätzen, wie viele Patienten nach einer Prothesenversorgung am Kniegelenk noch Probleme haben?
Dr. Wolfgang Klauser:
Können Sie einschätzen, wie viele Patienten nach einer Prothesenversorgung am Kniegelenk noch Probleme haben?
Großuntersuchungen haben gezeigt, dass etwas 20 % der Patienten nach einer solchen Operation über einen sichtlich längeren Zeitraum Probleme haben. Diese Probleme verschwinden, im allgemeinen liegt es daran, dass die Weichteile also die Muskeln und die Bänder teilweise noch nicht ausreichend beübt wurden, so dass sie also häufig verschwinden, wenn man nochmal Krankengymnastik durchführt, um die Weichteile zu kräftigen. Sie können aber in einem gewissen und sehr geringen Prozentsatz eben bestehen bleiben und das führt dazu, dass die Patienten gerne noch mal zu uns kommen und wir sie dann beraten müssen, welche Möglichkeiten es dort noch gibt. Eben z.B. Krankengymnastik oder Eigenübung insbesondere oder Kühlung, damit sich die Weichteile regenerieren können.
Das heißt die Patienten klagen auch häufig über ein gewisses Gefühl der Strammheit, Straffheit der Weichteile, über eine damit verbundene Einschränkung der Beweglichkeit und vielleicht kann auch noch mal eine gewisse Schwellneigung damit verbunden sein oder ein anfängliches Gefühl der Instabilität. Weil die Muskeln und auch die Bänder einfach noch nicht stabil genug sind, um den Patienten wieder voll zu tragen, aber das sollte mit Krankengymnastik sehr gut zu beheben sein.
Es gibt jedoch gewisse Restbeschwerden, die bestehen bleiben können, wenn auch nur in einem sehr geringen Prozentsatz, z.B. ein gewisses Risiko der Wetterfühligkeit, d.h. der Patient mit einem Kunstgelenk kann bemerken, dass das Wetter umschlägt und kann das vielleicht 1 oder 2 Tage vorher bereits ansagen, als dann ein gewisses Ziepen im Gelenk gibt. Das ist ähnlich wie bei einem Patienten mit einer Arthrose im Gelenk, der auch gerne
eine gewisse Wetterfühligkeit verspürt und dann auch 1-2 Tage vorher sagen kann, dass das Wetter sich verändert.
Das sind Dinge, die können wir relativ schwer beeinflussen, weil das Gelenk natürlich an sich einen gewissen Fremdkörper darstellt, an den der Körper sich gewöhnen muss.
Knorpelschäden am Sprunggelenk – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Knorpelschäden am Sprunggelenk – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Die Knorpelschäden am Sprunggelenk können sehr vielfältig sein und auch sehr ausgeprägt oder auch nur sehr gering ausgeprägt. Im allgemeinen ist das ein sehr schwieriges Kapitel, weil wir auch dort davon ausgehen müssen, dass anatomisch gesehen der Knorpel am Sprunggelenk relativ stark belastet wird. Wir haben hier eine sehr kleine Gelenkfläche. Diese kleine Gelenkfläche hat dazu geführt, dass der Knorpel am Sprunggelenk sehr gesondert und sehr dick ausgearbeitet und ausgebildet ist. Wenn es dort zu Knorpelschäden kommt, dann ist es für uns relativ schwierig die zu reparieren. Grundsätzlich würde man auch hier versuchen zunächst mit konservativen Maßnahmen zu arbeiten, in der Art, dass man sagt, wir versuchen hier eine Ruhigstellung, um die entsprechenden Schäden, die dort auftreten können, vielleicht von ihren Symptomen her wieder etwas zu beruhigen. Im allgemeinen führt das aber meistens nicht zu einem dauerhaften Erfolg und letztendlich kommt es dann doch zur Operation, wobei es hier viele verschiedene Maßnahmen gibt, um letztendlich Knorpelschäden einigermaßen zu beheben, insofern das möglich ist.
Zum Einen gibt es da die Gelenkspiegelung, die uns die Möglichkeit gibt den Knorpelschaden zu begutachten und eventuell Bohrungen im Knorpel oder am Knorpel, der geschädigt ist, vorzunehmen, um dort eine Blutversorgung wieder auftreten zu lassen, die besser ist, so dass da so eine Art Ersatzknorpel auftritt. Dieser Knorpel ist im allgemeinen nicht so belastbar, wie der gesunde Knorpel, der einmal da gewesen ist. Wenn der Knorpeldefekt größer ist und auch tiefergehend, so dass auch der Knochen mit involviert ist, würde man allerdings dazu übergehen müssen über eine Knorpelverpflanzung zu sprechen. Das sind heute sehr moderne Techniken, da gibt es verschiedene Verfahren, wo wir versuchen mit körpereigenen Zellen zu arbeiten oder aber auch mit körpereigenen Plasmabestandteilen des Blutes, um dort einen Ersatzknorpel zu züchten. Der ist auch nicht so lange haltbar und so belastbar, wie der Knorpel, der mal dagewesen ist.
Hohlfuß – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? (Dr. Wolfgang Klauser)
Dr. Wolfgang Klauser:
Hohlfuß – Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Beim Hohlfuß handelt es sich um eine sehr komplizierte Deformität des Fußes, die sowohl den hinteren Anteil umfasst als auch den Vorfuß. Es kommt im allgemeinen zu einer Hochsprengung des Fußlängsgewölbes. Es gibt dafür verschiedene Ursachen. Zum einen kann es z.B. nervale Ursachen sein, also eine nervlich bedingte Erkrankung, die zu diesem Hohlfuß führt zum anderen ist es aber auch häufig so, dass es Menschen gibt, denen so etwas angeboren ist. Das ist dann konstitutionell, d.h. anlagebedingt. Grundsätzlich würde man auch hier versuchen zunächst mit konservativen Maßnahmen zu behandeln. Häufig in Form von Einlagen oder orthopädischen Schuhbettungen oder sogar einem richtigen Maßschuhwerk, den die Patienten dann tragen müssen.
Es gibt aber Patienten, die durch die Deformität sehr schmerzhafte Schwielen entwickeln und zwar auch streckseitig im Bereich der Vorfußregion aber auch im Bereich der Sohle und zwar in Höhe der Mittelfußköpfchen. Das führt dann dazu, dass die Patienten kommen , um eine entsprechende Entlastung bitten, die mit Maßschuhen nicht immer gewährleistet ist. In diesem Fall würde man die Korrektur dieser Deformität durchführen müssen. Das sind häufig sehr komplexe und sehr aufwendige Operationen, um da eine entsprechende Entlastung und Normalisierung der Fußform herbei zu führen.
Was sind Ihrer Auffassung die größten Herausforderungen in der Knieendoprothetik?
Dr. Wolfgang Klauser:
Was sind Ihrer Auffassung nach die größten Herausforderungen in der Knieendoprothetik?
Ich glaube die größte Erwartung, die unsere Patienten an uns haben, ist doch dass wir immer besser werden mit der Qualität unsere Endoprothetik und dass wir dem gesteigerten Erwartungsdruck, den unsere Patienten an uns stellen, gerecht werden. Unsere Patienten werden heute immer jünger, wenn sie zur Operation kommen und wenn sie älter sind und zur Operation kommen, dann sind sie doch meist sehr viel aktiver als noch vor einigen Jahrzehnten. Das führt dazu, dass wir unsere Patienten immer sorgfältig aufklären müssen, sie sind meisten sehr gut informiert, sie bringen anschauliche Informationsmaterialen zur Untersuchung mit und haben sehr spezifische Fragen. Das führt dazu, dass wir uns mit unseren Patienten, die ein solches Kunstgelenk bekommen sollen, ausführlicher beschäftigen müssen und wir müssen selbstverständlich auch den Ansprüchen hinsichtlich der Operation weiter gerecht werden.
Empfingundsstörungen und Schmerzen im Fuß – Welche möglichen Ursachen gibt es?
Dr. Wolfgang Klauser:
Empfindungsstörungen und Schmerzen im Fuß – Welche möglichen Ursachen gibt es?
Empfindungsstörungen am Fuß können durch eine Stoffwechselerkrankung verursacht werden, wie z.B. den Diabetis, die Erkrankung am Blutzucker. Das kann dazu führen, dass der Nervenstoffwechsel beeinträchtigt wird und dass dadurch Missempfindungsstörungen im Bereich des Fußes, vorwiegend erstmal im Bereich der Zehen aber auch im Bereich des Vorfußes auftreten können. Diese Missempfindungsstörungen können dann über die Knöchelregion weiter in den Unterschenkel hinauf wandern.
Es gibt aber auch Nerven am Fuß, die durch gewisse Engpässe beeinträchtigt werden, d.h. dass die dort im Bereich von ihrem natürlichen Verlauf durch Verwachsungen, durch Narbenbildungen, durch Entzündungen eingeengt werden können und dann dazu führen, dass sie Schmerzen verursachen. Da gibt es z.B. einen Nerven hinter dem Innenknöchel, der gerne dazu führt, dass wir einen sogenannten Tarsaltunnelschmerz erleiden, d.h. ein Schmerz, der ausstrahlt an die Fußsohle und auch dort mit Taubheitsgefühl ursächlich verknüpft ist. Es gibt auch das sogenannte Morton Neurom. Das ist ein schmerzhafter Nervenknoten zwischen den Mittelfußköpfchen. Dieser führt dazu, dass das einen elektrisierenden Schmerz verursacht, der in die Zehen ausstrahlt, die von diesem Nerven normaler Weise versorgt werden.
Nervenschmerzen am Fuß können aber auch z.B. von der Wirbelsäule oder auch vom Oberschenkel oder Unterschenkel herrühren, weil dort die Nerven verlaufen, die in den Fußzehen enden und dann wenn sie dort oben gereizt werden, Schmerz im Fuß verursachen können.