Schaden Viagra oder ähnliche Mittel meinem Herzen? (Dr. med. Petra Lange-Braun)

Schaden Viagra oder ähnliche mittel meinem Herzen?

Dr. med. Petra Lange-Braun:
Nein, das tun sie definitiv nicht.Trotzdem würde ich Sie bitten, wenn Sie ein Herz-Patient sind und Medikamente für Herzkrankheiten einnehmen, dass Sie vorher mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Es gibt einzelne Medikamente, die in der Herztherapie eingesetzt werden, die bei gleichzeitiger Einnahme mit Viagra oder ähnlichen Mitteln zu erheblichen und damit auch potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. Deswegen bitte ich sie: Konsultieren Sie in diesem Falle vorher Ihren Arzt!

Inhalt erstellt: 29.08.2013
letzte Aktualisierung/Aktualitätsprüfung: 29.08.2013

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Schwaches Herz – Welchen Sport darf ich noch betreiben? (Dr. med. Petra Lange-Braun)

Schwaches Herz- Welchen Sport darf ich noch betreiben?

Dr. med. Petra Lange-Braun:
Grundsätzlich dürfen Sie jede Sportart, die Sie auch vorher betrieben haben, weiter betreiben. Sie sollten nur jetzt die Intensität an die neuen Gegebeneheiten anpassen und gegebenenfalls mit Ihrem Cardiologen zusammen, die Herzfrequenz ermitteln, die Sie beim Betreiben des Sports nicht überschreiten sollten.
Wenn Sie sich diesbezüglich unsicher sind, können Sie Ihre Herzfrequenz auch während Ausübung des Sports durch ein portables Herzfrequenzmessgerät, welches Sie im Fachhandel erwerben können, konrollieren.

Herzinfarkt/-Herzattacke – Was ist der Unterschied? (Dr. med. Petra Lange-Braun)

Unterschied Herzinfarkt und Herzattacke?

Dr. med. Petra Lange-Braun:

Der Unterschied zwischen einem Herzinfarkt und einer Herzattacke ist eine Frage des Schweregrades. Der Herzinfarkt bedeutet, dass im Rahmen des Schmerzanfalls, den Sie haben, auch ein Teil Ihres Herzmuskelgewebes abstirbt. Bei der Herzattacke, oder dem Angina Pectoris-Anfall wie wir das nennen, oder was auch ein Fachausdruck ist: dem akuten Koronarsyndrom, ist es in der Regel möglich, durch den rechtzeitigen Eingriff mit Medikamenten und/oder einer Maßnahme wie einem Herzkatheter, das Absterben von Herzmuskelgewebe zu verhindern.

Vorhofflimmern – Warum Marcomar, obwohl es das nicht beseitigt? (Dr. med. Petra Lange-Braun)

Vorhofflimmern – Warum muss ich Marcumar nehmen, obwohl es das
nicht beseitigt?

Dr. med. Petra Lange-Braun:

Sie haben Vorhofflimmern, das bedeutet, dass eine Ihrer Herzhöhlen nicht mehr richtig pumpt. Flimmern bedeutet, dass die Kontraktion der Herzhöhle nicht mehr vorhanden ist, was bedeutet, dass das Blut in der Herzhöhle zum Stillstand kommt und nicht mehr im rechten Fluss ist.

Stillstand von Blut bedeutet, dass die Gerinnungsfähigkeit des Blutes steigt und dass damit die Gefahr besteht, dass in dieser Herzhöhle sich ein Blutpfropf, wir nennen es Thrombus, bildet.

Sollten Teile dieses Blutpfropfen oder Thrombus in der Blutbahn weitertransportiert werden, kann er, was sehr wahrscheinlich ist, im Kopf zum Verschluss einer Ader führen, was dann bedeutet, dass der Bezirk, der von dieser Ader versorgt wird, nicht mehr richtig versorgt ist und Sie einen Schlaganfall erleiden.

Um diesen zu verhindern, müssen wir die Blutgerinnungsfähigkeit Ihres Blutes herabsetzen und das tun wir mit Hilfe von Medikamenten. Aktuell ist Marcumar das Mittel der Wahl. Sollten Sie Marcumar nehmen müssen, bedeutet das, dass Sie Ihre individuelle Marcumar-Dosis regelmäßig bei Ihrem Hausarzt alle paar Wochen überprüfen lassen müssen.

Warum ist das wichtig? Sollte Ihre individuelle Marcumar-Dosis zu niedrig sein, besteht weiterhin die Gefahr eines Schlaganfalls, das heißt das Medikament bietet Ihnen nicht den gewünschten Schutz. Ist die Marcumar-Dosis zu hoch, besteht die Gefahr, dass Sie eine Blutung bekommen. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Gehirnblutungen besonders gefährlich.

In naher Zukunft erwarten wir neue Medikamente auf dem Markt, die Ihnen den gleichen Schutz vor einem Schlaganfall wie Marcumar bieten, dabei aber die Ermittlung Ihrer individuellen Dosis, das Monitoring nicht mehr erforderlich sein wird.

Fersensporn – Was ist das und was kann man dagegen tun? (Dr. Wolfgang Klauser)

Was ist ein Fersensporn und was kann man dagegen tun? Patienten mit einem Fersensporn klagen im allgemeinen über Schmerzen innenseitig an der Ferse und zwar im Bereich der Fußsohle. Dort können sie immer einen sehr starken Druckschmerz auslösen, direkt über der Sehne selbst, die sich dort befindet. Früher hat man immer gedacht in diesem Bereich, wo die Sehne an dem Knochen ansetzt, dass dort eine Verknöcherung existiert.

Gibt es bestimmte Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen und fördern können?

Gibt es gewisse Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen und fördern können? Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die Fußschmerzen auslösen können, z.B. zählt sicherlich dazu das Übergewicht, aber auch das Risiko, dass wir das falsche Schuhwerk tragen. In unserer Zivilisation ist es häufig so, dass wir häufiger mal hochhackige Schuhe tragen, was das weibliche Geschlecht zumindest betrifft und da muss man ganz deutlich sagen, dass das eigentlich keine normale Belastung des Fußes darstellt.

Wie werden Kunstgelenke am Kniegelenk am Knochen fixiert? (Dr. Wolfgang Klauser)

Dr. Wolfgang Klauser:

Wie werden Kunstgelenke im Kniegelenk am Knochen fixiert?

Grundsätzlich werden Kniegelenke in Deutschland oder die Prothesen in Deutschland am ehesten mit Knochenzement fixiert, d.h. wir bevorzugen die Fixierung unter Verwendung von einem Knochenzement, so dass wir die einzelnen Teilbestände dieser Prothese auf den Knochen zementieren. Das erlaubt eine relativ schnelle Belastbarkeit und hat sich auch als positiv erwiesen hinsichtlich der Langzeithaltbarkeit für die Kunstgelenke. Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit solche Prothesen zementfrei einzusetzen, allerdings hat sich da in großen Untersuchungen gezeigt, dass die Langzeithaltbarkeit von zementfrei eingesetzten Prothesen nicht so gut ist.

Knieprothesen – Wie oft lassen sie sich austauschen? (Dr. Wolfgang Klauser)

Dr. Wolfgang Klauser:

Wie oft lassen sich Knieprothesen austauschen?

Zwei Faktoren beeinflussen im wesentlichen die Möglichkeit Prothesen austauschen zu können. Zum einen sind das die Weichteil, also Muskeln und Bänder, die das Kniegelenk umgeben und zweitens geht es dabei um den Knochen, den wir während der Operation finden, ob der doch taugt und wie groß Knochendefekte, die eventuell entstanden sind. Der Austausch von Prothesen ist glücklicherweise nicht sehr häufig erforderlich. Man kann davon ausgehen, dass man heute Knieprothesen, wenn man pfleglich mit ihnen umgeht, 15 -20 Jahre halten. Dann kommt es im allgemeinen zu einer Lockerung/Verschleiß insbesondere des Gleitlagers der Prothese und das wiederum führt dann zu einer Wechseloperation, wenn dieser Verschleiß weiter fortgeschritten ist.
Unter ordentlichem Umgang verstehen wir, dass der Patient sich mit seiner Prothese bewegt und alles das tun kann, was im Freude bringt, allerdings gibt es gewisse Bewegungen und gewisse Sportarten insbesondere, die dazu führen, dass ein Kunstgelenk einen vermehrten Verschleiß unterliegen kann. Dazu zählen die Aufnahme von Kontaktsportarten. Fußballspielen wäre eine Sportart, die wir unseren Patienten nicht unbedingt empfehlen würden, weil hier doch sehr abrupte Drehbewegungen und Scheerbewegungen auf das Gelenk auftreten können und dadurch dann ein vermehrter Verschleiß auftritt.

Morton Neuralgie/Krankheit – Was ist das und was kann man dagegen tun? (Dr. Wolfgang Klauser)

Dr. Wolfgang Klauser:

Was ist die Morton Neuralgie/Krankheit und was kann man dagegen tun?

Bei der Morton Neuralgie handelt es sich um eine Verdickung eines Nerven im Vorfußbereich direkt im Bereich der Mittelfußköpfchen, d.h. in dem Bereich kommt es bei den Nerven aufgrund eines mechanischen Reizes zu einer Verdickung und das kann sich dann äußern in einem schmerzhaften Schnappen in den Weichteilen, die hier zwischen im Mittelfußköpfchen liegen. Der Patient verspürt einen elektrisierenden Schmerz, der in die Zehen, die dort betroffen sind, ausstrahlen kann. Es kann auch zu einem Taubheitsgefühl in den betroffenen Zehenarealen führen und der Patient verändert dann sein Gangbild, weil das Gehen und Abrollen im Vorfußbereich sehr schmerzhaft ist.
Grundsätzlich würde man versuchen, wenn man ein Mortonneurom diagnostiziert hat dort erstmal mit konservativen Maßnahmen vorzugehen, z.B. Zurichten des Schuhwerkes, Tragen einer Einlage, die möglichst eine entsprechende Entlastung auch im Bereich der Mittelfußregion bringen soll. Wenn das nicht hilft kann man auch Versuchen mit Spritzen lokal eine Linderung für die Patienten herbei zu führen. Das ist sehr schmerzhaft und letztendlich bei Bestehenbleiben dieser Beschwerden, dieser Schmerzen, die teilweise auch sehr stark sein können, würde man die Operation empfehlen.
Die Operation besteht darin, dass man ein relativ kurzen Hautschnitt, im Bereich der Mittelfußköpfchenregion und dann direkt auf diesen Nervenknoten geht. Diesen Nervenknoten entfernt. Das hätte zum Nachteil für den Patienten, dass dann die Zehen in denen Arealen, wo sie von diesen Nerven versorgt wurden, zwar taub sind aber der Schmerz fällt dann weg. Und das schließlich Ziel der Sache.

Wann sollte man einem Patienten den Rat geben, sein Knie mit einer Prothese versorgen zu lassen?

Dr. Wolfgang Klauser:

Wann sollte man einem Patienten den Rat geben, sein Kniegelenk mit einer Prothese versorgen zu lassen?

Als Arzt würden wir ganz gerne, dass wenn ein Patient zu uns kommt, die gesamte konservative Therapie einer Arthrose ausgeschöpft ist, d.h. Krankengymnastik, medikamentös, Kühlungen, dass diese therapeutischen Maßnahmen erfolgt sind und dass dennoch ein erhöhter Leidensdruck besteht. Der Patient Schmerzen im Kniegelenk, eine eingeschränkte Belastungsfähigkeit und Schmerzen hat, die so stark sind, dass er letztendlich eine Einschränkung seiner Lebensqualität in erheblichen Umfang verspürt. Erst dann und dann im Zusammenhang mit der Veränderung im Röntgenbild befürworten wir eine entsprechende Prothesenversorgung, eine Versorgung des Kniegelenks mit einem Kunstgelenk. Bei den entsprechenden Veränderungen im Röntgenbild wollen wir natürlich Arthrosezeichen sehen. Es fügt sich gut, wenn wir Veränderungen haben, die einer Arthrose entsprechen, weil wir dann das gesamte Bild zusammenfügen können und dem Patienten auch eine gute Empfehlung zur Versorgung mit einem Kunstgelenk geben können.
Wenn wir keine Arthroseveränderung auf dem Kniegelenk auf dem Röntgenbild finden, dann würden wir besonders sorgfältig noch einmal nachsehen, ob der Patient vielleicht Schmerzen hat, die von anderen Anteilen des Körpers herkommen. Wenn aber der Arthroseschmerz und die Arthrosezeichen auf dem Röntgenbild vorhanden sind, dann können wir mit gutem Gewissen ein entsprechendes Kunstgelenk für den Patienten anbieten.