Ist Flourid schädlich? (Dr. Birte Habedank)

Bei Flourid ist es so wie mit allen Substanzen. Es kommt auf die Dosis an! Ein zuviel an Fluorid ist mit Sicherheit schädlich, aber es ist schon so geplant, in den Kinderzahnpasten, dass ein wenig Flouridanteil dort enthalten ist. Man muss wirklich einen immensen Anteil, eine ganze Erwachsenenzahnpasta essen als Kind, damit es schädlich ist.
Bei Kinderzahnpasta, wenn man da die Regeln einhält – man hat ja eine eingebaute Dosieranleitung: so groß wie Kindernage des kleinen Fingers vom Kind. Wenn man das auf die Zahnbürste aufträgt und das Kind dieses runterschluckt, weil es noch nicht ausspülen kann, ist es mit Sicherheit nicht schädlich für das Kind. Und das Kind wird nicht – ich hab mal ein Stück mitgebracht – reines Flourid in der Form so zu sich nehmen.
Das kennt man vielleicht: Man hatte mal eine Prüfung vor sich und hat gehört, wenn ich Zahnpaste esse, kriege ich Fieber. Ja, das stimmt, da hat man wirklich Vergiftungserscheinungen und man kriegt Fieber. Man erbricht sich vielleicht, weil es zuviel ist für den Körper. Das wird aber so in der Form mit Kinderzahnpasta nicht passieren. Man kann das jeden Tag ruhig unbesorgt anwenden in der richtigen Dosierung.

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Kieferorthopädische Behandlung: In welchem Alter sollte sie erfolgen? (Dr. Isabella Piekos)

In welchem Alter sollte eine kieferorthopädische Behandlung erfolgen und ist sie in jedem Alter möglich?
Eine kieferorthopädische Behandlung ist etwa ab dem vierten Lebensjahr möglich, aber letztendlich kann man diese auch in jedem Lebensalter durchführen – auch im erwachsenen Alter also auch bei Patienten im fortschreitenden Lebensalter. Wichtig ist, dass die Zähne fest im Knochen stehen und dass wir einen gesunden Zahnhalteapparat haben. Dann lassen sich die Zähne auch gut bewegen. Ein Zahn kann sich das ganze Leben bewegen lassen. Der Kieferorthopäde bewegt die Zähne indem er Kräfte appliziert. Dadurch wird auf der einen Seite Knochen abgebaut und auf der anderen Seite Knochen aufgebaut. Somit kann ich dann den Zahn durch den Knochen bewegen.
Bei Kindern und Jugendlichen sind diese Umbauvorgänge, die ich beschrieben habe, im Knochen schneller; ich kann die Zähne schneller bewegen und ich kann aber auch die Kiefer zueinander bewegen. Das kann ich bei Erwachsenen nicht mehr. Bei Erwachsenen lassen sich die Zähne auch sehr gut bewegen; hier muss ich aber leichtere Kräfte applizieren und somit dauert es einfach ein bisschen länger.

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Schienenbehandlung: Welche Vorteile gegenüber einer festen Zahnspange? (Dr. Isabella Piekos)

Die Schienenbehandlung ist eine fast unsichtbare Zahnbehandlung, aber auch hier benötigen wir Hilfsmittel, um die Zahnstellung zu korrigieren.
So werden auf der Außenseite der Zähne kleine Verstärkungspunkte geklebt oder der Patient muss Gummizüge einhängen, von oben nach unten, um eine bestimmte Kraft nochmal zu verstärken.
Es gibt unterschiedliche Firmen, die unterschiedliche Schienen produzieren. Es gibt Schienenbehandlungen, da muss man die Schiene alle zwei Wochen wechseln, bei anderen Firmen läuft das auch anders. Das Prozedere ist letztendlich immer das Gleiche, beziehungsweise der Zahn bewegt sich in diese Schiene wie in so ein Förmchen. Es wird Platz geschaffen für den Zahn, für die Zahnbewegung und dort hinein bewegt sich der Zahn. Die Schienenbehandlung ist eine fast unsichtbare, kieferorthopädische Behandlung.
Die Vorteile davon liegen klar auf der Hand. Sie können die Schiene entfernen ganz gewohnt, Zähne putzen, die Schiene wird wieder eingesetzt. Beim Essen wird die Schiene herausgenommen, Sie können ganz normal kauen und nach dem Zähne putzen die Schiene wieder einsetzen. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass die kieferorthopädische Behandlung fast unsichtbar stattfindet. Kaum jemand bemerkt, dass Sie eine Zahnspange tragen.

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Warum kieferorthopädische Behandlung? (Dr. Isabella Piekos)

Eine kieferorthopädische Behandlung ist keine ästhetische Behandlung. Schön ist natürlich, dass danach auch ein schönes Lächeln entsteht und dass die Zähne gerade stehen.
Letztendlich ist es so, dass eng stehende Zähne dazu führen können, dass mehr Karies und Zahnfleischentzündungen entstehen. Ws kann zu einer Überbelastung der Zähne kommen, sprich der Zahn kann sich lockern und fällt frühzeitig raus. Ein anderer Grund ist auch, dass das Kiefergelenk stark belastet wird durch die falsch stehenden Zähne. Kauen ist nicht mehr als Mahlbewegung zu erkennen sondern ist eine Hackbewegung. Der Kiefer wächst asymetrisch in der Jugend oder im Kindesalter und dadurch wird ein Kiefergelenk stärker belastet. Die Folge sind Schmerzen auch im Kiefergelenk. Eine kieferorthopädische Behandlung ist keine rein ästhetische Behandlung, sondern sie ist dafür da, um ihre Zähne lange zu erhalten, gesund zu erhalten damit sie lange Freude damit haben und gut kauen können.

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Sind Röntgenaufnahmen schädlich für Kinder und müssen die unbedingt sein? (Dr. Birte Habedank)

Röntgenaufnahmen wird man auch bei Kindern nur nach strenger medizinischer Indikation stellen. Sprich ein Zahn ist gebrochen oder kariös oder wir haben den Verdacht auf noch mehr Karies.
Und da ist es wichtig, dass wir schauen, wie viel von dem Zahn betroffen ist, ob vielleicht was von dem Zahn abgebrochen ist. Das kann passieren bei Stürzen. Und dann muss ich für meine Therapie, die zum Teil ja auch sehr aufwändig sein kann, eine entsprechende Planungen machen.
Ähnlich wie beim Kind, das sich die Hand gebrochen hat: Da wird man auch nicht sagen: ‚Wir schienen mal so pi mal Daumen, wissen nicht genau welche Knochen betroffen sind.‘
Genauso ist das mit Milchzähnen zu sehen und auch mit bleibenden Zähnen. Man muss da schauen, was haben wir vor uns, wie machen wir das am Besten, um die beste Qualität liefern zu können.
Ich kann Sie beruhigen. Heutzutage ist es so: Durch das digitale Röntgen haben wir eine sehr viel geringere Strahlenbelastung als in den Jahren davor und wenn sie z.B. von Berlin nach München fliegen haben Sie eine höhere Strahlenbelastung durch die Höhenstrahlung als ein einzelnes Röntgenbild.

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Soll man bei Kindern Mundspüllösung nehmen? (Dr. Birte Habedank)

Die Frage kommt häufiger. Soll man wirklich schon mit Mundspüllösung anfangen? Man sieht es, wenn man in die Drogerie geht. Da gibt es ganz viele Angebote auch schon für Kinder. Ich kann dazu sagen, es ersetzt leider nicht die Zahnbürste und die Zahnseide. Das liegt daran, dass die Bakterien Klebefasern haben. Die halten sich richtig an den Zähnen fest und dann ist es denen komplett egal ob man denen den Rücken duscht mit Wasser, mit Mundspüllösungen oder sonst noch was. Man muss sie mechanische entfernen. Zahnbürste, Zahnseide das zusammen ist die ideale Kombination.

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Sollen Kinder schon zur Prophylaxe? (Dr. Birte Habedank)

Es ist sinnvoll mit den Kindern auch so früh wie möglich Prophylaxe wenigstens zu üben. Die ganz kleinen Kinder ab zwei, drei, da fangen wir wirklich auch schon an, mit den Kindern wie eine Art Doktor Schule, zu zeigen, wo kommt das Wasser raus, das ist dann unsere Glitzerdusche. Was macht der kleine Staubsauger da? Der heißt Schlürfi. Was kann denn der alles machen, der mag so gerne Spucke trinken. Und was sind das alles für Geräte? Dass die Kinder das langsam, spielerisch kennenlernen, auch wenn man vielleicht noch nicht beim ersten Mal eine professionelle Prophylaxe hin bekommt, aber es geht dann auch so bisschen um die Übung. Und dann geht es natürlich auch darum zu lernen, was brauche ich zur Zahnpflege, die eigenen Zahnpflegeprodukte mal mitbringen. Zusammen schauen, benutze ich das richtig oder kann ich noch was viel besser machen. Was kann man noch dazu nehmen; manchmal gehört Zahnseide auch schon ganz früh dazu und da ist es wichtig, dass man sagt also so früh wie möglich.
Ab dem zweitesn, dritten Lebensjahr macht es dann meistens schon Sinn auch mit der Prophylaxe anzufangen.

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Unser Kind hat einen Wackelzahn und der neue Zahn ist auch schon dahinter, was kann ich tun?

Unser Kind hat einen Wackelzahn und der Neue ist auch schon dahinter, muss ich irgendwas tun?
Ach das passiert häufig. Am Anfang trauen sich die Kinder noch nicht so, die Zähne zu wackeln.
Der neue Zahn wächst und die Wurzeln von dem Milchzahn wird in aller Regel aufgelöst. Nun hat das aber der ein oder andere Zahn eiliger als das Kind wackeln kann, es muss immer so ein bisschen nachhelfen. Und dann suchen die neuen Zähne sich ihren eigenen Weg. Treten von innen durch, meistens hinter den Milchzähnen und dann muss man mal einmal kurz zum Zahnarzt kommen und gucken lassen, ob der schon gut wackelt. Dann kann das Kind es schaffen, weiterhin gut zu wackeln als Hausaufgabe. Oder der sitzt ganz fest, weil der andere sich mit verkantet hat und dann müssen wir ein bisschen nachhelfen. Es ist aber in aller Regel kein Problem und wenn man das einmal geübt hat, dann kann man das für die nächsten Zähne.

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Warum muss man Milchzähne behandeln? (Dr. Birte Habedank)

Warum muss man Milchzähne behandeln, die fallen doch sowieso raus?

Milchzähne sind ganz wichtig. Man vergisst immer, dass es bei Milchzähnen zwei Wechselgebissphasen gibt. Die erste beginnt im sechsten Lebensjahr, da wechseln die ganzen Schneidezähne vorne.

Dann haben wir eine lange Pause und dann geht es erst wieder so im neunten, zehnten Lebensjahr los, dass die Eckzähne und die Backenzähne wechseln. Die sind besonders wichtig, die brauchen wir nicht nur zum Kauen, sondern die haben auch eine Platzhalterfunktion für die Zähne, die später kommen. Dieser Platz wird gebraucht. Deswegen ist es ganz wichtig, dass wir uns die Zähne lang erhalten, dass wir dort in den Zahnzwischenräumen keine Karies wachsen lassen, die kann nämlich auch auf die später kommenden, bleibenden Zähne, die so langsamen im hinteren Bereich wachsen ab dem sechsten Lebensjahr, übergehen und deswegen ist es so wichtig, dass man schon frühzeitig Karies behandelt, um lange den Wert der Zähne aufrecht zu erhalten.

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